Lassen Sie mal fünf gerade sein

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Lassen Sie mal fünf gerade sein

AergerUnlängst wurde ich „WhatsApp-Zeuge“ einer hitzigen Diskussion, in der es um vermeintliche Ungerechtigkeiten in Bezug auf ein Mitglied eines Sportteams ging. Kurz erklärt wurde eine Absprache nicht exakt so eingehalten wie verabredet (Mannschaftsaufstellung) und es kam zum Eklat.

Das Ergebnis, soweit heute abzusehen, ist im schlimmsten Fall die Auflösung des Teams, welches erst gegründet – und noch kein einziger Wettkampf absolviert wurde. Die Teamspieler sind nun aufgebracht, ein Mitglied hat die Mannshaft verlassen, der Kapitän hat den Rücktritt bekanntgegeben.

Die Sache ist so spannend, dass ich sie als Thema gewählt habe.

Luigi (Name geändert) war, ob der vermeintlichen Ungerechtigkeit Yoshi (Name geändert) betreffend, so aufgebracht, dass er – nach diversen schriftlichen Rundumschlägen – sein Aussscheiden aus der WhatsApp Gruppe und auch aus dem Team bekanntgegeben hat.

AergerBlauDiverse Versuche der Diskussionsteilnehmer, die Situation zu deeskalieren, scheiterten naturgemäß.
Es wurden Argumente vorgebracht, Vorschläge angeboten etc., was alles nicht half, da von Luigi nicht auf die Inhalte eingegangen wurde. Alles in allem eine sehr unangenehme Situation für alle, und völlig unnötig, zumal sich Yoshi gar nicht ungerecht behandelt fühlte, da er selbst den Vorschlag zur veränderten Mannschaftsaufstellung gemacht hatte.

Wie kommt es nun zu solchen Situationen?

Wir finden uns immer wieder in Situationen, in denen uns der Ärger „überflutet“ und es – scheinbar – keinen anderen Weg gibt, als dem Zorn und Ärger freien Lauf zu lassen.

Stresshormone werden in rauen Mengen ausgeschüttet und es gibt nur zwei Möglichkeiten: Kampf oder Flucht.
Das logische, faktische und analytische Denken ist unmöglich, auch die Motorik ist gestört.

Das Interessante an der emotionalen Situation von Luigi ist, dass er, für sich ja recht hat. Darum greifen auch die besten Argumente nicht.
Er macht nichts falsch, Luigi ist einfach in der Situation gefangen, alle anderen sind böse Bowsers. Dies zu erkennen wäre der erste Schritt zur Lösung des Problems.

Das führt zu der Erkenntnis dass es zuallererst der Aufklärung bedarf.

Aerger„Warum passiert das, wieso reagiere ich auf diese Art und Weise?“
Wenn diesbezüglich Klarheit herrschen würde, wäre der Weg zur Besserung und Vermeidung in Zukunft geebnet.

Das Erkennen, dass sich der unkontrollierbare Ärger wieder einstellt oder bereits eingestellt hat, schafft eine kraftvolle Möglichkeit. Es schafft einen kurzen Zeitraum zur Reflexion.

Diesen Raum gilt es nun zu nutzen, um eben anders – nicht, wie gewohnt, automatisiert – zu reagieren.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Dieses Zitat zeigt es bestens: Das Zauberwort heißt Gelassenheit.

Mit mehr Gelassenheit können wir die Ohnmacht des Denkens und die Rage bändigen. Sie macht uns wieder handlungsfähig.

Hier ein paar Tipps zur Verbesserung in akuten Situationen:

*) Setzen Sie den Sachverhalt in einen größeren, weiteren Rahmen: Wie wichtig ist es wirklich? Inwieweit beeinflusst es Ihr weiteres Leben?

*) Überprüfen Sie Ihre Wahrnehmung: Ist Ihre Sicht der Dinge 100%ig korrekt? Könnte es andere Anschauungen geben?

*) Atmen Sie: Atmen Sie in der 4/11er Atmung. Hier sollten Sie konzentriert 4 Sekunden lang einatmen („Ruhe ein“) und 11 Sekunden ausatmen („Spannung aus“). Nach 5-10 Wiederholungen stellt sich eine kraftvolle Entspannung ein.

*) Lachen Sie: Lachen ist ein kraftvolles Werkzeug und kann Wunder wirken. Erzeugen Sie ein „inneres Lächeln“, indem Sie in sich hineinlächeln. Das 60 Sekunden Lachen nach Birkenbihl ist hier auch ein „Wundermittel“.

Die Wichtigkeit von Gelassenheit kann ich nicht genug betonen, sie befähigt uns ein entspannteres und besseres Leben zu führen, anstatt uns immer und immer wieder in „Lose Lose – Situationen“ wiederzufinden.

In diesem Sinne ist es also hin und wieder besser, fünf gerade sein zu lassen.

Für weitere Informationen können Sie mich jederzeit gerne unter kontakt@inwendig.at erreichen.


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